Grok: Regierungen reagieren auf Welle manipulierter Nacktbilder auf X

Seit mehreren Wochen verbreiten sich auf der Plattform X in erheblichem Umfang KI-manipulierte Nacktbilder, die ohne Zustimmung der Betroffenen erstellt wurden. Nach übereinstimmenden Berichten erzeugten Nutzer die Bilder mit dem KI-Chatbot Grok aus dem Hause xAI. Betroffen sind nicht nur bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Unterhaltung, sondern auch Opfer von Gewalttaten sowie Privatpersonen. Untersuchungen zeigen, dass das Ausmaß deutlich größer ist als zunächst angenommen. Während frühere Schätzungen von rund einem Bild pro Minute ausgingen, ergab eine spätere Stichprobe mehrere tausend Uploads pro Stunde über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg. Die Inhalte verbreiteten sich vor allem über öffentliche Feeds und Suchfunktionen.

EU fordert Herausgabe von Unterlagen

Als bislang deutlichste Reaktion hat die Europäische Kommission xAI dazu verpflichtet, sämtliche internen Dokumente im Zusammenhang mit Grok aufzubewahren. Der Schritt gilt als vorbereitende Maßnahme und deutet auf eine mögliche vertiefte Prüfung hin. Offiziell wurde kein neues Verfahren eröffnet, allerdings ist das Vorgehen im regulatorischen Kontext ungewöhnlich deutlich.

Besonders brisant wird der Vorgang durch Berichte, wonach Verantwortliche interne Schutzmechanismen zur Begrenzung bestimmter Bildgenerierungen zwar erörtert, letztlich jedoch nicht umgesetzt haben. Ob und in welchem Umfang technische Änderungen am System vorgenommen wurden, ist bislang unklar. Nach außen hin zeigte sich bislang lediglich eine sichtbare Maßnahme: X entfernte den Medienbereich des offiziellen Grok-Kontos von der Plattform.

Nationale Aufsichtsbehörden prüfen Vorgehen

Auch außerhalb der EU wächst der Druck. Die britische Medienaufsicht Ofcom erklärte, man stehe im Austausch mit xAI und prüfe, ob Verstöße gegen geltende Vorgaben vorliegen. Der britische Premierminister sprach öffentlich von einem „beschämenden“ Vorgang und stellte der Behörde politische Rückendeckung für mögliche Maßnahmen in Aussicht.

In Australien meldete die dortige eSafety-Behörde einen deutlichen Anstieg von Beschwerden im Zusammenhang mit Grok-Inhalten. Konkrete Sanktionen hat die Behörde bislang nicht verhängt. Sie kündigte jedoch an, sämtliche verfügbaren regulatorischen Instrumente zu prüfen.

Indien als möglicher Wendepunkt

Besonders aufmerksam wird die Lage in Indien verfolgt. Dort reichte ein Abgeordneter eine formelle Beschwerde ein, woraufhin das Kommunikationsministerium MeitY eine Stellungnahme von X einforderte. Bewerten die zuständigen Stellen die Reaktion als unzureichend, können sie der Plattform den sogenannten Safe-Harbor-Status entziehen. Dies hätte erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen für den Betrieb in einem der größten Märkte weltweit.

Grenzen der Regulierung werden sichtbar

Der Fall verdeutlicht die Schwierigkeiten, bestehende Regelwerke auf schnell skalierende KI-Systeme anzuwenden. Während Plattformen klassische Inhalte gezielt moderieren oder löschen können, zwingt die automatisierte Erzeugung problematischer Bilder Regulierungsbehörden zu neuen Lösungsansätzen. Fehlen Schutzmechanismen von Beginn an, reagieren Aufsichtsstellen meist erst im Nachhinein, anstatt präventiv eingreifen zu können.

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3 Kommentare zu “Grok: Regierungen reagieren auf Welle manipulierter Nacktbilder auf X

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