MacPaw zieht bei seinem alternativen iOS-App-Store die Reißleine. Setapp Mobile wird eingestellt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit weiterhin komplexen und wirtschaftlich nicht tragfähigen Rahmenbedingungen, die nicht zum bestehenden Geschäftsmodell passen. Mit dem Aus endet eines der ersten größeren Experimente, das die neuen Möglichkeiten alternativer App-Marktplätze auf dem iPhone in der EU genutzt hat.
Apps verschwinden vollständig von der Plattform
Mit der Einstellung von Setapp Mobile werden alle Apps aus dem Marktplatz entfernt. Nutzer verlieren damit auch den Zugriff auf Inhalte und Daten, die sie über Setapp Mobile verwendet haben. MacPaw weist darauf hin, dass Daten rechtzeitig gesichert oder exportiert werden müssen, da sie nach dem Abschaltdatum nicht mehr verfügbar sind. Der Dienst wird nicht eingefroren oder eingeschränkt weiterbetrieben, sondern vollständig abgeschaltet.
EU-Sonderweg mit begrenzter Reichweite
Setapp Mobile war ausschließlich in der Europäischen Union verfügbar und basierte auf den Änderungen, die Apple im Zuge des Digital Markets Act umgesetzt hat. Zwar ließen sich installierte Apps weltweit nutzen, Installation und Updates waren jedoch nur innerhalb der EU möglich. Voraussetzung war zudem ein iPhone mit mindestens iOS 17.4 sowie ein Apple-Account, der auf ein EU-Land eingestellt ist. Diese Einschränkungen begrenzten die Zielgruppe von Anfang an deutlich.
Wirtschaftliche Realität statt technischer Hürden
MacPaw spricht nicht von technischen Problemen, sondern von „still evolving and complex business terms“. Damit ist klar, dass weniger die Plattform selbst als vielmehr die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Ausschlag gegeben haben. Setapp Mobile sollte das bekannte Abo-Modell von Setapp auf iOS übertragen. Offenbar ließ sich dieses Konzept unter den aktuellen Bedingungen nicht dauerhaft rentabel betreiben – trotz der regulatorischen Öffnung des iOS-Ökosystems in der EU.
Bedeutung für den Markt alternativer App-Stores
Das Aus von Setapp Mobile am 16. Februar 2026 ist ein Dämpfer für alternative iOS-Marktplätze, kommt aber nicht überraschend. Der Betrieb eines eigenen App-Stores erfordert nicht nur rechtliche Freiräume, sondern auch ausreichende Reichweite, Entwicklerunterstützung und wirtschaftliche Planungssicherheit. Ob andere Anbieter langfristig erfolgreicher sind, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Öffnung von iOS allein reicht entgegen dem Gedanken der EU nicht aus, um neue Marktplätze automatisch tragfähig zu machen.
