Mit Matter 1.5 erreicht der universelle Smarthome-Standard einen wichtigen Meilenstein. Denn erstmals unterstützt die Plattform auch Sicherheitskameras – ein Schritt, den Hersteller und Nutzer seit langem erwartet haben. Darüber hinaus bringt das Update neue Gerätekategorien, bessere Integrationen und mehr Möglichkeiten für automatisierte Abläufe. Für viele Haushalte bedeutet das vor allem: weniger proprietäre Lösungen und deutlich mehr Flexibilität im gesamten Smart Home.

Kameras erhalten erstmals volle Matter-Unterstützung
Bislang waren Kameras das größte fehlende Puzzlestück im Matter-Universum. Hersteller mussten für Apple Home, Google Home oder Alexa auf eigene APIs setzen – mit entsprechendem Aufwand und häufigen Kompatibilitätsproblemen.
Matter 1.5 löst dieses Thema nun grundlegend. Die Spezifikation ermöglicht:
- Live-Video und Audio auf Basis von WebRTC
- Zwei-Wege-Kommunikation
- Fernzugriff über standardisierte STUN- und TURN-Protokolle
- Mehrere Videostreams für unterschiedliche Qualitätsstufen
- Pan-, Tilt- und Zoom-Steuerung
- Erkennungs- und Privacy-Zonen
- Flexible Speicherung, sowohl lokal als auch in der Cloud
- Für Nutzer bedeutet das vor allem mehr Auswahl: Viele Kameras, die bislang nur in einzelnen Ökosystemen liefen, werden damit automatisch HomeKit-, Google-Home- und Alexa-fähig.
Neue „Closure“-Geräte: Vom Rollo bis zum Garagentor
Eine weitere große Neuerung betrifft bewegliche Elemente wie Rollos oder Tore, die Matter nun unter einer einheitlichen Kategorie zusammenführt. Konkret kennt Matter 1.5 nun die folgenden Gerätetypen:
- Rollläden
- Vorhänge und Jalousien
- Markisen
- Hoftore
- Garagentore
Hersteller können unterschiedliche Bewegungsarten – etwa Schieben, Drehen oder Klappen – über wenige technische Bausteine abbilden. Dadurch lassen sich komplexe Mechaniken leichter integrieren und zuverlässiger steuern.
Bodenfeuchte-Sensoren für Garten und Pflanzen
Auch im Gartenbereich erweitert Matter sein Profil. Mit Bodenfeuchte-Sensoren zieht erstmals eine Kategorie ein, die sowohl Hobby-Gärtnern als auch automatisierten Bewässerungssystemen zugutekommt. Die Sensoren übermitteln sowohl Feuchtigkeit als auch Temperatur. Damit lassen sich smarte Wasserregler genauer steuern. Besonders in Kombination mit Matter-Ventilen entsteht ein präzises und zugleich sparsames Bewässerungssystem.
Energieverwaltung wird intelligenter
Matter 1.5 unterstützt mit dem Update auch ein erweitertes Energiemanagement, das Stromtarife, Lastspitzen oder CO₂-Werte berücksichtigt. Geräte können dadurch ihren tatsächlichen Energieverbrauch besser berechnen, Lasten automatisch verschieben, günstige Tarifzeiten bevorzugen und die Solarproduktion einbeziehen.
Diese Funktionen machen Smart-Home-Systeme nicht nur komfortabler, sondern helfen langfristig beim Energiesparen.
Ein Update mit viel Wirkung – aber verzögert im Alltag
Wie bei früheren Matter-Versionen gilt: Die Spezifikation ist zwar ab sofort final, doch die Umsetzung durch Hersteller dauert traditionell einige Monate. Viele Anbieter müssen Firmware, Apps und Gateways aktualisieren – häufig parallel zu laufenden Zertifizierungsprozessen.
Dennoch zeigt sich schon jetzt: Mit Matter 1.5 wächst der Standard endlich in Bereiche hinein, die bislang proprietären Lösungen vorbehalten waren. Für Nutzer entsteht damit ein deutlich freierer, herstellerübergreifender Markt.
Ich hoffe, Reolink implementiert es.