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Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts
Verfasst: 14.10.2026, 17:25
von Holgi
Sinnvoller Beitrag hat geschrieben: 14.10.2026, 15:54
Das "Tschüss" als Ass im Ärmel würde ich mit Vorsicht gebrauchen, wenn überhaupt.
Wenn mir jemand mit Kündigung droht, wenn ich ihm keine Gehaltserhöhung zusage, dann lasse ich es drauf ankommen. Denn effektiv ist es genau das: Eine Drohung.
sorry, da hast du mich wohl falsch verstanden.
Es geht um Gehaltsverhandlungen.
Wenn die Gehaltserhöhung begründet ist, dann sollte sie auch gewährt werden.
Ich sollte mir dann aber auch vorher darüber im Klaren sein, was wenn nichts dabei herauskommt.
Evtl. bewirbt man sich nebenher schon mal auf andere Stellen und hat bestenfalls zusagen.
Das wäre mein Ass im Ärmel.
So bin ich im Leben immer verfahren und es lief immer zu meiner Zufriedenheit. Immer zwei- oder sogar mehrgleisig.
Immer ein-/zwei Asse im Ärmel.
Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts
Verfasst: 14.10.2026, 20:15
von Purgatory
Die Frage ist immer was man will.
Ich arbeite seit 25 Jahren in einem mittelständischen Betrieb, verdiene mehr und hab wahrscheinlich auch mehr Urlaubstage im Jahr als andere. Und das ganz ohne Gewerkschaft oder Betriebsrat. Die Frage ist halt immer was man will. Natürlich muss ich mich einstempeln (einloggen) sobald ich anfange zu arbeiten, und selbiges wenn ich aufhöre zu arbeiten.
Aber, mein Arbeitgeber gibt mir inzwischen viele Freiheiten. An sich sind 45 Minuten Pause über den Tag Programm. Ich gehe mal hier für 5 Minuten raus (ganz ohne mich auszuloggen) und mal da für 5 Minuten raus. Dann gehe ich rüber zum hiesigen Dönerladen und hole mir dann mein Mittag, das verleibe ich mir auch genüsslich ein.
Netto verbringe ich also viel mehr als die 45 Minuten Pause in Freizeit, bekomme sie aber trotzdem bezahlt. Also alles was über die 45 Minuten hinausgeht. Schlussendlich habe ich also ca. 35 Minuten mehr, und keiner fragt nach, mein Chef sowieso nicht.
Das muss man sich, über Zeit, aber auch erarbeiten. Ja, Chefs sind Ar...löcher, mitnichten sind sie das. Geben sie ihr Geld doch für Mitarbeiter aus die ihnen die Arbeit abnehmen sollen. Chefs gehen wann sie wollen, kommen wann sie wollen, haben Urlaub wie sie wollen. Total unfair. Aber es gibt so diesen schönen Spruch: "Selbst und ständig". Ich weiß was mein Chef unter der Haube macht, und selbst im Urlaub regelt er viele Sachen. Während Arbeitnehmer im Urlaub entspannt seine Beine hochlegt ist der Chef der Firma im Urlaub ständig beschäftigt. Selbst und ständig.
Und dann die Kosten die ein Arbeitgeber trägt. Die Lohnkosten sprengen den gesamten Haushalt. Krankenkasse anteilig zahlen ist nur ein Hinweis. Teilzeitarbeitnehmer sind verdammt teuer, arbeiten sie doch nur Hälfte haben aber den selben Urlaubsanspruch.
30 Tage Urlaub als Beispiel heißt 6 Wochen bezahltes Gammeln des Arbeitnehmers für den Arbeitgeber!
Dann noch das Finanzamt, der Arbeitgeber muss Minutengenau die Arbeitszeiten seiner Arbeitnehmer übermitteln, genau erklären warum Gehalt in welchem Maße gezahlt wurde oder auch nicht. Der Verwaltungsaufwand und damit die Kosten sind enorm!
Ich möchte den hier genannten Admin nicht beurteilen, aber es muss einen Grund haben warum es so ist wie es ist.
Ich als Beispiel, in einem Job der mehr als nur fair ist (siehe Pausen), habe meinem Arbeitgeber auch die Pistole auf die Brust gedrückt. Nach dem Motto, mehr Urlaub, weniger arbeiten (von 8 Stunden auf 6 Stunden) bei gleichem Gehalt. Und natürlich(!) hat er nein gesagt, und natürlich hatte ich was in der Hinterhand und mit Kündigung gedroht. Nämlich einen anderen Betrieb der mich, zu gleichen Bedingungen, mit Kusshand aufgenommen hätte. Aber ich hatte eine Option, nämlich die Kündigung mit der Sicherheit sofort wieder eingestellt zu werden (nachweislich). Wenn man das noch garniert mit der Tatsache, dass man betriebliche Abläufe in einem anderem Unternehmen einfließen lassen könnte brechen Chefs gerne ein, und das mit Grund, vor allem wenn man viele Jahre in so einem Betrieb arbeitet.
Dem Admin scheint das Betriebsklima ja generell zu gefallen, und sein Gehalt kann auch nicht so Sch... sein, dass er sich unterbezahlt fühlt. Nur scheinbar hat er sich keinerlei Option geholt um Druck machen zu können.
Mein Chef ist ein liebes Ar...loch, anders kann man das nicht sagen. Ich habe soviele Menschen kommen und gehen sehen. ABER, wenn sie sich einbringen UND für den Betrieb arbeiten und nicht gegen ihn (mehr Geld, mehr Urlaub innerhalb kürzester Zeit) sieht mein Chef auch das Potenzial und das was er verliert wenn er eben solche Menschen gehen lässt. Man muss immer beide Seiten sehen. Alles andere wäre unfair.
Ich bin jetzt 51 Jahre alt, 25 Jahre im Betrieb, kann im Prinzip machen was ich will, kommen wann ich will, gehen wann ich will, Hauptsache ich schaffe mein Pensum. Dreimal habe ich nach mehr Gehalt und mehr Urlaub gefragt, und beim ersten Mal es nur unter genanntem Druck von meinen Chef bekommen. Danach aber immer wieder. Seitdem ist er ein schnurrendes Kätzchen, das man allerdings nicht herausfordern sollte...
Man muss seinem Arbeitgeber gegenüber mit Taten und Selbstbewusstsein glänzen, ansonsten ist man schnell ein Arbeiter der murrend einfach nur tut aber niemals sein Maul aufreisst. Beides muss im Einklang stehen und Situationsbedingt (betrieblicher Status) richtig sein. Aber wenn man über Jahre sein Maul nicht aufreisst... ...dann fehlt es an Selbstbewusstsein.
Sorry, ist nur ehrlich.
Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts
Verfasst: 15.10.2026, 11:00
von Captain_Chris
Sinnvoller Beitrag hat geschrieben: 14.10.2026, 15:54
Wenn mir jemand mit Kündigung droht, wenn ich ihm keine Gehaltserhöhung zusage, dann lasse ich es drauf ankommen. Denn effektiv ist es genau das: Eine Drohung. Damit ist das Vertrauensverhältnis für mich als Arbeitgeber nachhaltig beschädigt und ich wäre um den Verlust des Mitarbeiters nicht traurig. Je nachdem um was für einen Typ Mensch es sich handelt und wie weit seine Befugnisse gehen, würde ich ihn ggf. umgehend von all seinen Verpflichtungen freistellen und aus dem Büro eskortieren lassen.
Welch sinnvoller Beitrag.
