Seite 1 von 2

Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 11.10.2026, 21:36
von John-Boy
Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Am 1. November 2003 trat ein damals noch hoch motivierter Admin seine neue Stelle an. Seine Aufgabe: ein IT-Chaos in den Griff bekommen. Und das Kuriose daran: Er ist bis heute der einzige IT-Mitarbeiter des Unternehmens.

Bei seinem Arbeitgeber handelt es sich um einen mittelständischen Betrieb mit etwa 50 Mitarbeitern in Niedersachsen. Die Branche möchte ich bewusst nicht nennen.

Jeder Mitarbeiter ist dort auf funktionierende Laptops, Drucker, Mobiltelefone und eine zuverlässige IT-Infrastruktur angewiesen. Ohne diese Dinge ist ein vernünftiges Arbeiten schlichtweg unmöglich.

Die Anfänge: IT-technisch eine Katastrophe

In den ersten Jahren bestand ein großer Teil seiner Arbeit darin, die Windows-XP-Laptops regelmäßig von Viren und anderer Schadsoftware zu befreien. Warum? Weil gefühlt jeder auf alles klickte, was nicht bei drei auf dem Baum war, und manche Mitarbeiter ihre privaten Interessen offenbar nicht von der geschäftlichen Nutzung unterscheiden konnten.

Schadsoftware wurde damals auch munter über Disketten verbreitet, die für den Datenaustausch benötigt wurden.

Besonders bemerkenswert: Obwohl fast alle Mitarbeiter studierte Ingenieure waren, hatte kaum jemand auch nur grundlegende Computerkenntnisse.

Die Netzwerkinfrastruktur war ebenfalls ein Kapitel für sich. Der Internetzugang lief über eine ISDN-Karte, die überwiegend vom Chef genutzt wurde, um sich fragwürdige Filme anzusehen. Die vorhandene LAN-Verkabelung war praktisch unbrauchbar, weil jemand die unter Putz verlegten Kabel bündig abgeschnitten hatte.

Stattdessen lagen überall provisorisch verlegte Cat-5-Kabel kreuz und quer im Gebäude.

Der NT-4.0-Server stand ungelogen im Treppenhaus, weil er zu laut war. Ungeschützt, für jeden zugänglich und mit dem Passwort gut sichtbar am Gerät notiert.

Ihr könnt euch also vorstellen, was dieser Admin dort vorgefunden hat.

Jahrelang aufräumen, verbessern und retten

Der Admin machte sich an die Arbeit und brachte nach und nach Ordnung in das Chaos. Netzwerk, Telefonanlage, IT-Sicherheit und Mitarbeiterschulungen – alles musste irgendwie auf Vordermann gebracht werden.

Mit der Zeit wurde die Situation besser. Spätestens mit Windows 7 lief vieles deutlich stabiler.

2009 bekam der Admin tatsächlich eine Gehaltserhöhung: ganze 100 Euro.

Dabei hatte er einen Großteil seiner Arbeit an Wochenenden und Feiertagen erledigt. Nicht, weil er nichts Besseres zu tun hatte, sondern weil er den laufenden Betrieb möglichst wenig beeinträchtigen wollte. Die wichtigen Arbeiten wurden eben dann erledigt, wenn die anderen längst Feierabend hatten.

Die Jahre vergingen. Die IT lief zunehmend zuverlässig, Arbeitsunterbrechungen wurden zur Ausnahme und die Mitarbeiter konnten ihrer Arbeit nachgehen.

Eigentlich eine Erfolgsgeschichte.

Eigentlich.

Denn während offenbar alle zufrieden waren, war einer zunehmend unzufrieden: der Admin selbst.

2015: Die erste richtige Ernüchterung

Als er 2015 erneut nach einer Gehaltserhöhung fragte, wurde diese kurzerhand abgelehnt.

Die Begründung lautete sinngemäß:

„Er würde der Firma nur Geld kosten und nichts erwirtschaften.“

Ganz ehrlich: Ich wäre vermutlich direkt gegangen.

Da sorgt jemand dafür, dass inzwischen über 50 Mitarbeiter vernünftig arbeiten können, dass die Systeme laufen und dass die Firma nicht ständig durch IT-Probleme ausgebremst wird – und dann bekommt er zu hören, dass er lediglich Kosten verursacht.

Dass funktionierende IT im Hintergrund dafür sorgt, dass andere Mitarbeiter überhaupt produktiv sein können, scheint dabei niemanden zu interessieren.

2026: Undankbarkeit auf einem neuen Niveau

Der Admin blieb trotzdem im Unternehmen. Die IT lief weiter, die Probleme blieben weitgehend aus und der Alltag ging seinen gewohnten Gang.

Im Jahr 2026 wagte er erneut, nach etwas mehr Gehalt zu fragen.
Die Antwort war diesmal nicht weniger ernüchternd:

„Du tust doch nichts und sitzt den ganzen Tag vor dem Monitor.“

Das muss man erst einmal verdauen.

Über 20 Jahre lang dafür sorgen, dass die IT eines Unternehmens funktioniert, Probleme verhindern, Systeme warten, Störungen beheben und sich um die gesamte Infrastruktur kümmern – und am Ende wird einem vorgeworfen, man würde nichts tun.

Vielleicht ist genau das das größte Problem in der IT: Wenn alles funktioniert, sieht niemand die Arbeit dahinter :betruebt:

Erst wenn nichts mehr geht, wird plötzlich klar, wie wichtig diese Arbeit tatsächlich ist.

Und jetzt?

Der Admin hat mir seine Geschichte erzählt, weil er auf einen Rat hofft. Er möchte eigentlich nicht mehr wechseln, hat noch ungefähr sieben Jahre bis zur Rente und würde diese Zeit am liebsten in seinem bisherigen Unternehmen verbringen.

Einen Betriebsrat gibt es nicht.

Ich möchte hier ausdrücklich keine Rechtsberatung und auch keine Diskussion darüber, wer rechtlich was verlangen kann. Mich interessiert vielmehr, wie ihr diese Situation einschätzt und was ihr an seiner Stelle tun würdet.

Wie motiviert man sich nach solchen Aussagen überhaupt noch?

Wie geht man damit um, wenn die eigene Arbeit über Jahrzehnte selbstverständlich genommen wird, solange alles funktioniert, man aber gleichzeitig als unnötiger Kostenfaktor betrachtet wird?

Und welche Möglichkeiten bleiben jemandem, der kurz vor der Rente steht, nicht unbedingt mehr wechseln möchte, aber auch nicht bis zum letzten Arbeitstag so behandelt werden will?

Mir fällt dazu ehrlich gesagt kaum etwas ein, das legal ist und gleichzeitig etwas bewirken könnte.

Und wenn ich ganz offen bin: Bei solchen Aussagen könnte einem wirklich der Kragen platzen.

Was mich an der ganzen Geschichte am meisten beschäftigt: Nicht die Technik hat diesen Admin über die Jahre zermürbt, sondern der Umgang mit ihm.

Denn eines scheint in vielen Unternehmen bis heute nicht angekommen zu sein:

Wenn die IT läuft, bedeutet das nicht, dass der Admin nichts tut. Es bedeutet möglicherweise einfach nur, dass er seine Arbeit verdammt gut macht.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 05:48
von Jim
hi,
die Geschichte kommt mir bekannt vor.

Er sollte nun jede Kleinigkeit dokumentieren damit er einen Nachweis für seine Arbeiten hat.
Er sollte mal Urlaub machen, dann "merken" die in der Firma was alles nicht funktioniert wenn Er nicht da ist.
Er sollte sich als Datenschutz Beauftragter weiter bilden und dann eine Gehaltserhöhung beantragen.

Jim

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 10:17
von schatzi
was ich mich frage:
warum bleibt jemand so lange in diesem Unternehmen, wenn er so schlecht behandelt wird?
Welche Ausbildung hat er, wie hat er sich weitergebildet?
IT-Fachleute mit der entsprechenden Ausbildung werden doch überall händeringend gesucht. Wie wäre es mit einer Veränderung? Könnte natürlich jetzt etwas zu spät dafür sein (Alter, Rente in Aussicht). Da hätte man sich schon früher verabschieden sollen.
Bleibt wahrscheinlich nur noch Arschbacken zusammen und durch.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 11:18
von Jim
hi,
schatzi hat geschrieben: 12.10.2026, 10:17 was ich mich frage:
warum bleibt jemand so lange in diesem Unternehmen, wenn er so schlecht behandelt wird?
Welche Ausbildung hat er, wie hat er sich weitergebildet?
Das ist vermutlich sein Problem den wenn er
noch ungefähr sieben Jahre bis zur Rente
hat dann gehört er evtl. zu den Leuten die sich alles selbst beigebraucht haben.

Deshalb auch mein Vorschlag : Er sollte sich als Datenschutz Beauftragter weiter bilden

Das ist etwas was früher nicht gefragt war und vermutlich in seiner Firma nicht vorhanden ist.
Nun ist dieser aber Pflicht wenn : "Ein Datenschutzbeauftragter ist verpflichtend, wenn in der Regel mindestens 20 Personen ständig personenbezogene Daten automatisiert verarbeiten"
Damit würde er eine neue Position bekleiden und könnte eine Gehalts Erhöhung fordern.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 11:55
von John-Boy
Warum er sich das so lange gefallenen lässt kann ich auch nicht nachvollziehen habe in aber darauf angefragt und warte auf Antwort

Ausbildung: Kommunikationselektroniker (Fachrichtung Informationstechnik)
Weiterbildung: MCSE / Microsoft Certified das übliche halt

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 12:31
von Captain_Chris
Ganz ehrlich und bei allem Respekt für diese Person: Der Zug scheint mir leider fast abgefahren.
Scheinbar hat sich die Firma schon gut daran gewöhnt, ein frommes Lamm auf seiner IT-Wiese grasen zu haben.

Da hätte er schon Jahre vorher gegensteuern und seinen (sicher berechtigten) Forderungen Nachdruck verleihen müssen. Als letzten Schritt muss man eben den Arbeitgeber wechseln.

Aber irgendwas muss ihn ja scheinbar dort gehalten haben, was ihm jahrelang einen größeren "Mehrwert" als Geld gegeben hat. Gewohnheit? Kollegen? Arbeitsplatz in Nähe der Wohnung? Angst sich bei Wechsel neu eingewöhnen zu müssen? Man baut sich im Kopf schnell seine eigene (Gedanken-)Welt u. verpasst Chancen u. Absprünge ...und die Jahre ziehen an einem vorbei.

Allein schon: Keine Gehaltserhöhung seit 2009? Ehrlich?? War das Einstiegsgehalt so hoch, oder von was lebt der Mann?
Ich wäre schon spätestens 2015 gegangen. Sowieso nach den von dir beschriebenen Sprüchen hätte mich da nichts mehr gehalten.

Kollege von mir hatte Ähnliches, hat sich das aber nicht lange gefallen lassen. Kurzform:
Verantwortliche Stellung als Maschinenbaumeister (viele Verbesserungen/Optimierungen der Prozesse im Betrieb eingeführt) > Berechtigte Lohnerhöhung einige Male abgelehnt (Chef aber mit sauteurer Oldtimer-Sammlung + Halle für Oldtimer + eigenem Mechaniker nur für die Oldtimer) > Kollege hat letztendlich gekündigt > alle optimierten Prozesse gingen den Bach hinunter, weil sich keiner kümmerte inkl. finanzieller Verluste für Betrieb > Chef hat meinen Kollegen wieder "zurückgebettelt" > Gehaltsvorstellungen meines Kollegen wurden erfüllt.

Der große Unterschied war allerdings: Mein Kollege hat das nicht ewig mit sich machen lassen u. dann halt mit 35 Lebensjahren nötige Entscheidungen getroffen.

Mich interessiert vielmehr, wie ihr diese Situation einschätzt und was ihr an seiner Stelle tun würdet.
Die von dir geschilderten Fakten:
  • Er möchte eigentlich nicht mehr wechseln
  • Hat noch ungefähr sieben Jahre bis zur Rente
  • Würde diese Zeit am liebsten in seinem bisherigen Unternehmen verbringen
Problem:
  • Er will keine (berufliche) Veränderung mehr auf die letzten Jahre
  • Sein Durchsetzungsvermögen/Wille zur (betrieblichen) Konfrontation scheint auch begrenzt
  • Das Unternehmen kennt seine Einstellung zu diesen Punkten mittlerweile nur zu gut u. sieht daher keinen Handlungsbedarf (Lohnerhöhung, Wertschätzung der Person, Entgegenkommen der Person gegenüber)
(Menschlich gesehen ist das vom Unternehmen natürlich unterste Schublade. Eher noch tiefer. Das ist schon Keller.)

Lösung für diese Person, wenn sie tatsächlich so ist, wie ich hier erlesen kann:
  • Augen zu und durch bis zur Rente.
    Denn scheinbar will sie jegliche Unannehmlichkeiten (die u.a. Forderungen jedoch häufig mit sich bringen können) im Betrieb vermeiden.
Was ICH tun würde:
  • Ich bin ein Rebel. Schon immer gewesen. Ich hasse Ungerechtigkeit (in jeglicher Form) bis auf´s Blut. Zudem bin ich Sternzeichen "Skorpion" - wir lassen uns NICHTS gefallen, sind NICHT zu unterdrücken u. üben Rache bis in den Tod. :lol:
    Oder anders gesagt: So weit wäre es bei mir niemals gekommen. Ich wäre schon sehr viel früher zu neuen Ufern aufgebrochen. Ich war noch nie der Typ "Wasserträger". ;)
Was ich mir vorstellen könnte an seiner Stelle noch zu tun:
  • Gute Argumente für ein Gespräch sammeln (Meine Leidenschaft - aber noch mehr meine eingebrachten Verdienste/Leistungen/Verbesserungen - für das Unternehmen untermauern)
  • Mich auf "Konfrontation" vorbereiten u. diese auch wollen. Das Gespräch wird vermutlich schwierig.
  • Mit Nachdruck das Gespräch in Richtung "mehr Gehalt" suchen. Mehrfach. Nicht abwimmeln lassen.
  • Hoffen (denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt; vielleicht sitzt da ja noch jemand mit einem Funken Empathie)
  • Vielleicht noch eine innerbetriebliche Weiterbildung abwägen (wenn überhaupt möglich), die mich lohntechnisch noch etwas nach vorn bringt.

Ich habe vollsten Respekt für diese Person und es kocht schon in mir, wenn ich mir diese ungerechte Situation nur bildlich vorstelle ...aber leider muss man sagen:
Er hat einfach zu lange das (perfide) Spiel des Unternehmens mitgespielt. Das Unternehmen kennt ihn gar nicht anders. Er hätte viel früher die Karten in die eigene Hand nehmen müssen. Jetzt hat es sich fast ausgespielt.

Mein Vater sagte schon immer: Den letzen beißen immer die Hunde! Drum sei immer möglichst vorn dabei.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 13:23
von Holgi
Captain_Chris hat geschrieben: 12.10.2026, 12:31 Chef aber mit sauteurer Oldtimer-Sammlung + Halle für Oldtimer + eigenem Mechaniker nur für die Oldtimer
ich glaube den Arbeitgeber zu kennen. So viele wird es davon nicht geben. Der den ich meine, ist im Landkreis Ammerland verortet. :psst:
Das mit den Gehaltsverhandlungen ist so eine Sache:
das ist auch ein wenig wie Pokern. Man muss seinen "Marktwert" kennen. Man darf aber auch nicht überreizen.
Bei einem "Nein" müßte man evtl. auch ein "Tschüß" als Ass im Ärmel haben. Sonst bringt das nichts.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 14:26
von Grobi847
Moin,
ich war 39 Jahre Systemprogrammierer in ein und der selben Firma, außerdem war ich Betriebsratsvorsitzender. In dem Fall den wir hier diskutieren müßen einige Sachen noch geklärt werden, um den Kollegen zu helfen.

1. ist der Arbeitgeber im Arbeitgeberverband organisiert? Wen ja, dann hätte der Kollege Anspruch auf den Tariflohn. Um ein gesetzlichen Anspruch zu haben, auf den Tariflohn, müßste er aber Mitglied der entsprechenden Gewerkschaft sein. Das heißt: Der Arbeitnehmer muss Gewerkschaftsmitglied sein und der Arbeitgeber im Arbeitgeberverband organisiert.

2. Ist sein Gehalt größer als das Gehalt des Tariflohn in seinem Bundesland?

3. Ein Tarifvertrag kann auch allgemeinverbindlich gelten. Alle Mitarbeiter in dem Betrieb werden nach Tariflohn bezahlt. Egal ob sie in der Gewerkschaft sind, oder nicht.

4. Hat er einen generellen Anstellungsvertrag festlegt, dass die Bestimmungen eines Tarifvertrages angewandt werden?

5. Gibt es einn sogenannten Haustarif?

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 16:40
von Captain_Chris
Holgi hat geschrieben: 12.10.2026, 13:23 ... Der den ich meine, ist im Landkreis Ammerland verortet. :psst:
Die Welt ist ´n Dorf. Da könnten wir ggf. dieselbe Person meinen. :lol:

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 12.10.2026, 17:37
von Holgi
Früher mal Inhaber einer Firma bekannt für leckere Sachen, die auch in der Region hergestellt werden …

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 13.10.2026, 08:51
von John-Boy
@Grobi847

Zu 1. Nein
Zu2. Glaube ich nicht. 5.268 € Monat edit 3468 Euro
Zu 3. Kein Tariflohn
Zu 4. Nein
Zu 5. Nein

Das ganze Unternehmen ist etwas suspekt... Geschäftsform ist "Einzelunternehmen" und alles was mit Gewerkschaft/Tarifen usw. zu tun hat gibt es schlichtweg nicht.
Der Chef ist der alleinige Herrscher und König und so benimmt er sich auch :hihi:

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 13.10.2026, 10:06
von Grobi847
@John Boy
Moin,
bei den Voraussetzungen, hat er leider keine gesetzlichen Möglichkeiten. Wenn das Gehalt von 5268€ richtig ist, dann bewegt es sich im Durchschnitt für Niedersachsen.

https://web.arbeitsagentur.de/entgeltat ... 92?alter=4

Gruß Grobi847

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 13.10.2026, 14:01
von Captain_Chris
Und ich dachte schon, der arme Mann nagt am Hungertuch. 5268€ € ...damit liegt man in Niedersachsen über´s Jahr gesehen immerhin einkommenstechnisch im oberen Drittel der Vollzeitbeschäftigten.

5500 wäre vielleicht nochmal ´ne schöne runde Zahl. Damit liegt man schön in der Mitte, wenn ich mir so den Link von @Grobi847 ansehe.

Den "Wert" des Mannes (so blöd das auch klingt) bezüglich der Branche kann man als Außenstehender vermutlich eh schlecht beurteilen. Kenne weder seine Fähigkeiten noch eventuelle Zusatzqualifikationen. Die IT-Experten in meiner Firma, die wirklich was drauf haben (die sind aber auch Hölle - die leben in der Matrix :D ), bewegen sich alle außerhalb der "normalen" Entgeltstruktur. Die sind dann AT (Außer Tarif) ...und haben somit die letzte Entgeltgruppe lange hinter sich gelassen.

Ich kann ja auch schlecht beurteilen, wie gut die Person "pokern" kann. Oder inwiefern sie in der Lage ist, selbstbestimmt aufzutreten und ein Gespräch nicht nur zu führen, sondern auch zu lenken.
Aber grundsätzlich würde ich an seiner Stelle das Gespräch erneut suchen u. versuchen, da noch zumindest den einen oder anderen Hunderter rauszuschlagen. Vorher würde ich mir eine Strategie zurechtlegen, bzw. das Szenario so weit verinnerlichen/durchspielen, dass ich in so einem Gespräch auch wirklich sicher wirke, abliefern kann u. die Geschichte flüssig läuft. Worte richtig gewählt und hervorgebracht können durchaus mächtig sein. ...man sieht´s an der Bibel. ;)

Großartig andere Möglichkeiten gibt es ja eh kaum, blickt man auf seine Vorstellungen für die letzten Jahre im Betrieb (restliche Zeit noch harmonisch dort verbringen, wo er sich grad befindet). Somit gibt´s ja scheinbar höchstens nur noch was zu gewinnen und nix mehr zu verlieren.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 13.10.2026, 15:01
von Jim
hi,

Wir sehen es hier wohl alle aus der Sicht des Angestellten, aber man sollte es auch mal aus der Sicht des Chef sehen. Wenn er meint das der Admin angeblich nichts macht ist das fast schon die Kündigung !

nichts für Ungut, aber man sollte auch diese Seite mal sehen.

Re: Die Geschichte eines Admins – wenn die IT funktioniert, macht sie ja angeblich nichts

Verfasst: 13.10.2026, 15:34
von Holgi
ganz ehrlich: ich möchte in Deutschland auch nicht Arbeitgeber sein.
Für jeden Pubs braucht es einen abgestellten Mitarbeiter: Sicherheitsbeauftragter, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Ersthelfer, Brandschutzhelfer, Datenschutzbeauftragter, Gleichstellungsbeauftragter, Inklusionsbeauftragter, Schwerbehindertenbauftragter, Geldwäschebeauftragter ...
Dann kommen die
Pflichtenhefte, Statistiken, Hygienedokumentation, Nachweise zur Schwerbehindertenbeschäftigung, Datenschutzdokumentation, Betriebsanweisungen, Arbeitszeiterfassung, Prüfprotokolle für Arbeitsmittel, Arbeitsunterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Lieferkettengesetz > von wegen Bürokratieabbau

Nicht zu vergessen: alles was im Zusammenhang mit Steuern, Versicherung, Sozialabgaben etc. steht.

gerne alles in 3-facher Ausfertigung: M/W/D
wehe dem, der das bei der Stellenausschreibung nicht berücksichtigt hat!

Ich hätte da überhaupt keinen Bock drauf. Ich würde wahnsinnig werden.
Bewunderung für diejenigen, die sich heutzutage noch (in good old germany) selbständig machen.
Nicht allen Pflichten/Bürokratie trifft auf jedes Unternehmen zu. Ist schon klar. Größenordnungen sind zu beachten.
Ach ja: dann kommen noch die Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Beiträge zu allen möglichen Genossenschaften, Handelskammern etc..