Andreas Berger hat geschrieben: 24.06.2026, 09:09
Holgi hat geschrieben: 24.06.2026, 07:56
Refurbished (Generalüberholte Computer) von den Herstellern oder Spezialfirmen sind ein Preis-/Leistungstip.
Ein Bekannter gab mir auch diese Empfehlung. Die haben aber eine kürzere Garantie.
Eine Garantie ist immer eine freiwillige Sache des Anbieters. Niemand ist verpflichtet eine Garantie zu geben. Die Gewährleistung indes ist gesetzlich vorgeschrieben. Die gilt nämlich zwei Jahre lang. Der Teufel liegt aber im Detail. Die Gewährleistungspflicht schreibt vor ein Gerät innerhalb des ersten Jahres nach Kauf, bei Defekt, zurückgeben zu können, insofern er nicht selbst verschuldet ist, der Verkäufer muss nachbessern oder zurücknehmen. Im zweiten Jahr aber ändert sich massiv etwas. Im zweiten Jahr ist der Verkäufer nur dazu verpflichtet den Fehler zu beseitigen, bzw. den den Artikel zurückzunehmen, wenn der Käufer nachweisen kann, dass der Mangel schon ab Kaufdatum vorhanden war. Wir wissen alle, dass das so gut wie unmöglich ist.
Darum bieten viele Hersteller sozusagen ein Jahr Garantie, welche aber keine ist, sondern nur aus der Gewährleistungspflicht entspringt. Garantie hört sich halt besser an als reine Gewährleistung, auch wenn es keine ist.
"Refurbished" ist auch eine reine Marketinglüge, lehnt sich an die Gewährleistung an. Ein Verkäufer der "Refurbished" anpreist, muss noch lange kein "Refurbished" bieten.
Wir nehmen einen An- und Verkauf, der auf meinetwegen Ebay aktiv ist. Der verkauft ein Smartphone mit 100% Akkukapazität und null Ladezyklen. Sprich er hat das Smartphone günstig gekauft, aber die Verpackung war geöffnet. Es gibt jetzt "Neu sonstiges" was ganz oft Retouren sind oder als "einmal geöffnet um den Inhalt zu überprüfen" tituliert wird, gebraucht (was sich nicht so geil anhört und günstiger angeboten werden muss). Dennoch kann das Smartphone von dem An- und Verkauf komplett neu sein, es liest sich nur schlechter. Der Gebrauchthändler kann "Refurbished" überhaupt nicht anbieten da er einfach nicht die Kapazitäten dafür hat.
Wir lassen Neu oder Sonstige mal komplett raus und konzentrieren uns komplett auf gebraucht oder "Refurbished".
Das Smartphone ist wirklich gebraucht, mit Akkuzustand XY angepriesen, original wie vom Hersteller gewollt, oder es ist "Refurbished". Der An- und Verkäufer übernimmt also die volle Gewährleistungspflicht für ein Produkt das gebraucht ist, sein Risiko, sein Ding. Dennoch kann er sicher sein, insofern gut angekauft, dass das Gerät genau den Herstellerangaben entspricht.
In allen diesen "Refurbished" Angeboten wird niemals erwähnt, dass z.B. der Akku, das Display, whatever, original vom Hersteller ist. Es kann also sonstwo herkommen. Der normale Anwender weiß sowieso nicht wo er da gucken muss.
Nehmen wir einen Laptop, wer kann sofort den Befehl sagen den Akkustand anzuzeigen? Keiner? Also kaum jemand weiß, dass man in der Powershell (wer kennt sie?) powercfg /batteryreport eingeben muss um dann noch die ausgespuckte HTML (wo auch immer sie liegt) richtig auslesen zu können.
Richtig, kaum einer. Und darauf bauen die Hersteller. "Refurbished" hört sich geil an, baut aber nur auf der rein gesetzlichen Gewährleistung auf. Und dann nehmen sie halt 5 Geräte von 100 zurück weil z.B. kein original Akku verbaut war, so what? Die Marge machts.
"Refurbished" ist rein rechtlich eine Grauzone, um es überspitzt darzustellen kann ein Verkäufer das Display auch nur säubern um einen Artikel als "Refurbished" zu titulieren.
"Refurbished" muss auch Garantie bieten, echte Garantie, mindestens von zwei Jahren, wie die Hersteller selbst. Wenn nicht ist der "Refurbished-Hersteller"
garantiert nicht von seinem eigenen Produkt wirklich überzeugt...