Cortana: So funktioniert der Invoke Lautsprecher

Schon seit einiger Zeit arbeitet Microsoft zusammen mit harman/kardon an einem smarten Cortana-Lautsprecher („Invoke“) für den amerikanischen Markt. Nun haben die Redmonder höchstpersönlich quasi fast alle Informationen zur Einrichtung, dem Funktionsumfang und der allgemeinen Bedienung selbst geleakt. Im Folgenden erhaltet ihr einen recht umfassenden Überblick über den Invoke-Lautsprecher und zahlreiche neue Informationen.

Systemvoraussetzungen des Setup-Gerätes und Setup

Der Invoke-Lautsprecher setzt zur Einrichtung auf eine Kompagnon-App und zwingend auf einen Microsoft-Account. Unter Android (unterstützt ab 5.0 „Lollipop“) und iOS (unterstützt ab Version 9) laufen das Setup und die späteren Einstellungen über die Cortana-App. Unter Windows 10 (unterstützt ab Version 1703) ist Cortana zwar schon vorinstalliert – man braucht hier allerdings zunächst die App „Cortana Device Setup“ aus dem Windows Store.

Die Einrichtung selbst dauert etwa 10 Minuten. Währenddessen startet der Invoke dann auch das ein oder andere Mal neu. Ist das Setup abgeschlossen, leuchtet die Oberfläche im Cortana-Blau. Für jede Änderung des WLANs muss man leider den Setup-Prozess nochmals durchlaufen (dazu 5 Sekunden die Stummschalt-Taste drücken). Sollte diese Art von Reset im Ernstfall nichts bewirken, gibt es noch einen weiteren Knopf, den man mit einer aufgebogenen Büroklammer (o.ä.) für einen Werksreset drücken kann.

Gut zu wissen: Wenn man an irgendeiner Stelle im Setup-Vorgang länger als 10 Minuten wartet, dann fährt der Invoke herunter und man müsste von vorne anfangen.

Netzwerkunterstützung

Der Invoke-Lautsprecher stellt eigentlich keine besonderen Anforderungen ans Netzwerk – es braucht lediglich ein WLAN-Netz (per Netzwerkkabel geht es nicht). Mit folgenden Netzwerk(-spezifikationen) kommt der Lautsprecher klar bzw. erfordert sie:

  • 2.4 / 5 GHz WLAN
  • versteckte (SSID) Netzwerke
  • offene Netzwerke
  • persönliche Hotspots
  • WPA / WPA2
  • WEP standardmäßig auf Kanal 0
  • WLAN-Repeater

Der Invoke funktioniert nicht in den meisten Unternehmensnetzwerken oder an öffentlichen Orten wie Hotels, Flughäfen oder Cafés, die eine Anmeldung erfordern (das liegt daran, dass entweder NTP oder mDNS bei diesen Netzwerken für zusätzliche Sicherheit blockiert sind).

Skype, Skype, Skype!

Neben Cortana ist offenbar die Skype-Unterstützung das Top-Feature schlechthin. Jedoch lassen sich Anrufe nur mit Skype tätigen – von Skype zu Skype, aber auch ins Festnetz und mobile Netz. Anders als bei Apple wird hier also nicht das Handy für die Kommunikation genutzt, sondern eben Skype.

Damit man auf den Geschmack kommt, kann man für einen begrenzten Zeitraum nach der Einrichtung des Invoke-Lautsprechers Festnetzanrufe (und andere kostenpflichtige) kostenlos tätigen. Gruppenanrufe lassen sich vom Invoke aus aber auch dann nicht initiieren – beitreten kann man einem solchen Gespräch allerdings.

Übrigens: Wenn man dem Invoke während eines Telefonats eine Frage stellt, dann hört der Gegenüber diese Frage ebenfalls. Die Antwort von Cortana wird jedoch nicht übertragen. Umgekehrt kann der Gesprächspartner logischerweise auch nicht das Hotword „Hey Cortana“ auslösen.

Unterstützte Musik-Streamingdienste

Der smarte Lautsprecher aus dem Hause harman/kardon ist relativ beschränkt, was die Nutzung von Streamingdiensten zum Musikhören angeht. Aktuell werden unterstützt: Microsoft Groove, iHeartRadio, TuneIn und Spotify – letzteres allerdings nur in der Premium-Version. Bei Spotify wird dann aber immerhin alles inklusive der Connect-Funktion unterstützt. Von anderen populären Anbietern – beispielsweise Apple Music – fehlt jede Spur.

Mikrofon stummschalten

Normalerweise zeigt das „Display“ des Invoke-Lautsprechers einen blauen Kreis. Wenn das Gerät aber über den Knopf auf der Rückseite stummgeschaltet wird, dann leuchtet der Invoke oben rot, sodass für jeden klar erkennbar ist, dass gerade nicht gelauscht („Hey Cortana“) wird.

Smarthome-Funktionalitäten (Connected Home)

Zu den Möglichkeiten des Invoke-Lautsprechers, das Zuhause zu steuern, gingen gestern schon ein paar durchs Netz. Deswegen hier auch nur nochmal ganz flott die derzeit unterstützen Anbieter und Geräte aufgelistet:

  • Philips Hue
  • Nest
  • Wink
  • SmartThings
  • Insteon

  • Lampen
  • Steckdosen
  • Schalter
  • Thermostate


Es gibt aber aktuell noch ein großes Aber: Cortana kann nicht mit von Drittanbieter-Apps erstellten Räumen umgehen. Der Workaround sieht zur Zeit so aus, dass man z.B. alle Lampen gleich benennt und durchnummeriert (Küchenlampe 1, Küchenlampe 2, Küchenlampe 3). Wenn man zu Cortana dann folgenden Satz sagt, klappt es wohl: „Schalte alle Küchenlampen aus“. Im Praxiseinsatz ist das natürlich noch ein absolutes No-Go, wenn keine Räume unterstützt werden.

Die Lichtzeichen

Der Invoke-Lautpsrecher hat sehr wohl eine Art Display – aber eher von der Art, wie es auch im HomePod von Apple verbaut sein wird (LED-Matrix). Dennoch werden oben auf dem Gerät eine Menge Informationen angezeigt – es gibt unter anderem visuelle Leuchtsignale für folgende Dinge:

  • Zuhören
  • Nachdenken/Verarbeiten
  • Sprachausgabe (Cortana)
  • Erfolg
  • Alarm/Timer
  • kein WLAN
  • Mikrofon stumm (s.o.)

  • WLAN verbunden
  • Lautstärke hoch/runter
  • Setup-Vorgang
  • Access Point
  • Update
  • Einrichtung erfolgreich
  • Einrichtung fehlgeschlagen


Build-Version in der Cortana-App abfragen

Unter iOS und Android lässt sich die Build-Nummer folgendermaßen abfragen: Lautsprecher-Icon in der Cortana-App antippen -> Einstellungen -> herunterscrollen -> unten erscheint dann eine Buildnummer vom Typ „Barracuda_libre-x.xxxx.x„.

Unter Windows ist der Weg über Cortana nur minimal anders: Lautsprecher-Icon anklicken -> Lautsprecher-Icon oben in der Liste anklicken -> herunterscrollen.

Was sonst noch wichtig ist

Grundsätzlich kann der Lautsprecher alles, was Cortana auch kann – darunter auch (alle) Skills. Für Haushalte mit mehreren Personen scheint Microsoft jedoch keine ansprechende Lösung gefunden zu haben: Man soll in diesem Fall einfach einen neuen, „neutralen“ Account anlegen oder eben trotzdem seinen eigenen, privaten Account auf dem Invoke einrichten. In diesem Fall können die Familienmitglieder aber natürlich auf die (Skype-)Kontakte und andere persönlichen Informationen zugreifen. Im Umkehrschluss gibt es keine Stimmerkennung, die den passenden MS-Account auswählt.

Ein Dank geht an dieser Stelle an Microsoft für die kurzzeitige Veröffentlichung dieser Informationen im Internet und an WalkingCat für den Hinweis.

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