ASUS ZenFone 3 im Test

Samsung und Apple sind die Spitzenreiter, wenn es um Smartphones geht. Neben vielen bekannten Konkurrenten, kommen auch immer wieder neue Marken dazu. Eine davon ist ASUS – eine Marke die eher aus dem PC-Bereich bekannt ist und mit dem ASUS ZenFone 3 versucht oben anzugreifen. Für knapp 400€ gibt es gute Hardware mit vielen Versprechungen. Doch ist dieser „Neueinsteiger“ sein Geld wert und kann mit den großen mithalten?

[Update: 03.04.2017:] Der Preis des Smartphones liegt nicht mehr bei rund 400€, sondern nur noch bei 320€ was nun ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt!

Wie bei meinem vorherigen Testberichten werde ich auch diesen in mehrere Oberthemen einteilen, damit man einen besseren Überblick bekommt und man zu den jeweiligen Abschnitten springen kann.

ASUS ZenFone 3

 

Aussehen & Verpackung

Wie auch bei anderen Herstellern wird die Verpackung für Handys immer kleiner. So ist es auch beim ASUS ZenFone 3. Eine edle Verpackung mit goldener Schrift macht einen wertigen Eindruck und lässt die Neugier steigen. Wenn man die Verpackung öffnet, sticht das Schmuckstück direkt ins Auge. Das ZenFone 3 besteht nahezu komplett aus Glas und wird nur durch einen Kunstoffrahmen unterbrochen. Auffällig ist die gute Verarbeitung in Zusammenspiel mit schlichten Farben – das Handy wirkt auf alle Fälle stabil und durchdacht. Das einzige Manko, was man auch schon bei anderen Herstellern anmerkte ist die Kamera. Diese sitzt über dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und ragt 1-2 Millimeter raus. Das ist zwar kein Skandal, aber schon etwas nervig, wenn man das Smartphone ohne Hülle nutzen sollte, da es beim Hinlegen ein wenig kippelt.

Ein Dual-Blitz und ein Laser zur Messung des Abstandes runden die Funktionen der Rückseite ab. Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich die Lautstärkewippe, sowie der Power-Knopf. Die Unterseite beherbergt den USB-C Anschluss und einen Lautsprecher, der mit ASUS SonicMaster 3.0 einen sehr guten Ton wiedergeben soll (siehe hier: Hardware). Der Ton kann optional über den AUX-Anschluss auf der Oberseite ausgegeben werden. Auf der linken Seite befindet sich der SIM-Karten Slot der Dual-SIM bietet. Das wichtigste ist natürlich die Vorderseite. Hier sind die gewöhnlichen Hardware-Tasten, sowie eine 8MP Frontkamera vorhanden. Das Display misst rund 5,5 Zoll. Als Zubehör wird ein USB-C-Ladekabel, Kopfhörer und eine kurze Anleitung mitgeschickt.

Einrichtung

Die Einrichtung des Smartphones ist einfach und gut strukturiert gestaltet. Am Design wurde etwas geschraubt, aber ansonsten ist alles wie bei anderen Android-Smartphones auch. Wenn man dann alles abgeschlossen hat, legt das ZenFone auch direkt los. Neben der Suche von Software-Updates werden einem mehr oder weniger hilfreiche Tipps gegeben und man soll sich so leichter und schneller zurecht finden. Die Einstellungen sind zwar übersichtlich, bieten aber für einen unerfahrenen Nutzer viel zu viel. Neben den „normalen“ Einstellungen von Android, gibt es für den ASUS Launcher unzählige Dinge zum Verändern, was irgendwann einfach zu unübersichtlich wird. So kann man beispielsweise einstellen, dass Apps intelligent sortiert werden – was das genau heißt, ist auf Anhieb wohl nicht klar. Hier werden beispielsweise die Google Apps in den Ordner „Google“ verschoben und die Spiele in den Ordner „Games“/“Spiele“. Intelligent ist es zwar, macht aber auch den Eindruck, dass man den Nutzer mit vielen Funktionen überrumpelt. Hier wäre sowas wie ein Expertenmodus angebracht, der dann solche Einstellungsmöglichkeiten freischaltet.

 

Software

Hingegen anderer Hersteller hat ASUS schon Android 7 für das aktuelle Flaggschiff veröffentlicht, welches mit ZenUI 3.0 aufgehübscht wird. Wer die Funktionen von Android wirklich erkennen will, hat mit dem Smartphone vielleicht nicht die richtige Wahl getroffen. Die ASUS-eigene Oberfläche dominiert das Gerät extrem und man merkt somit auch keine großen Unterschiede zu Android 6 Marshmallow. Viele Nutzer berichten, dass die Batterieleistung und Geschwindigkeit rapide abgenommen hätten, was bei Nougat nicht das erste mal so wäre. Auch Sony, Samsung und zuletzt Motorola kämpften mit Problemen. Bei großen Herstellern, darf man aber davon ausgehen, dass mindestens Android 7.1.1 als Update angeboten wird – ob das bei ASUS der Fall sein wird, ist nicht bestätigt. Kleinere Hersteller stehen mit Systemupdates schon lange in der Kritik. Man hofft natürlich, dass sich das mal ändert.

Nachdem ich die allgemeinen Daten abgeklappert habe, komme ich jetzt mal zum Eindruck der Software. Wie schon gesagt, dominiert die Oberfläche von ASUS das Gerät deutlich. Das pure Vanilla-Android ist kaum bis gar nicht erkennbar. Samsung und Co haben in den letzten Jahren ihre Oberflächen aufgeräumt und schlanker gestaltet, leider ist dies bei ASUS (noch) nicht der Fall. Die Software ist mit viel Bloatware behaftet und sieht damit sehr unübersichtlich aus. Der Vorteil: Man kann fast alle Drittanbieter-Apps deinstallieren, um ein aufgeräumtes Gerät zu erhalten. ASUS hat außerdem noch eigene Apps mit ins Rennen geschickt, die viele Verbesserungen mit sich bringen sollen – ob das wirklich der Fall ist, muss wohl jeder selbst entscheiden. Ich persönlich finde es zwar irgendwie sinnvoll, aber in Zeiten vom Play Store, fände ich eine optionale Lösung vorteilhafter. Hier wird einem wieder etwas aufs Auge gedrückt, was man eventuell nicht braucht.

Die Apps lassen sich alle im Play Store aktualisieren, wobei man die ASUS-Apps erst anstoßen muss, was über die Einstellungen gelingt. Unter „installiert“ werden nämlich diese vorerst nicht angezeigt. Wieso das so ist – keine Ahnung. Anscheinend sind die Apps für Android erst einmal „fremd“ und sind nach einer Aktualisierung dann auch im Play Store sichtbar. Apps und Spiele starten hervorragend schnell und flüssig. Mit 4GB RAM sind auch Multitasking Aufgaben kein Problem. Daneben werden immer wieder Tipps oder Funktionen sichtbar. So werden neuinstallierte Apps im unteren Bereicht angezeigt und können direkt gestartet werden, was es dem Nutzer alles in einem etwas leichter macht. Die Benachrichtigungsleiste ist ebenfalls vereinfacht worden – was aber auch Geschmackssache ist. Ein Vorteil ist aber, dass das ZenFone auch optisch einem selbst gehört. Dem individuellen Anpassen steht hier kaum was im Wege.

 

Hardware

Kommen wir nun zu dem Teil, wo viele kritisch mit umgehen. Die Hardware, insbesondere die Kamera und der Ton sind bei den meisten Nutzern entscheidend. Die Hauptkamera löst mit 16MP und hat einen Dual-Blitz zur Unterstützung. Die Kamera löst sehr gut auf und macht starke Fotos. Ein Bildstabilisator und ein sehr guter Automatikmodus arbeiten hier nahezu einwandfrei. Die Frontkamera hingegen weist ein wenig Bildrauschen auf, was aber nicht als störend empfunden wird. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich super Fotos machen. Ob man eine Videoaufnahme in 4k braucht sei mal dahingestellt, das ZenFone 3 kann es auf alle Fälle mit 30fps. Vor allem die Hauptkamera kann in der Oberklasse mitspielen, an Apple und Samsung kommt sie aber nicht ganz ran.

Bei dem Smartphone wird der Sound ebenfalls in den Vordergrund gerückt, der mich leider ein wenig enttäuscht hat. Es ist alles klar verständlich und die Lautstärke ist sehr gut, doch der Bass wird fast komplett vernachlässigt. Ob da in Zukunft mit einem App Update für den ASUS SonicMaster 3.0 etwas dran geändert wird, muss man abwarten. Durch die Option „Outdoor-Modus“ wird das gesamte Gerät lauter, sodass auch ein unruhiges Umfeld kein Problem mehr darstellt. Der Lautsprecher ist auf der Unterseite des Gerätes angebracht, was keine Einschränkung darstellt. Viele Hersteller setzen ihre Lautsprecher auf die Vorderseite des Gerätes – das ZenFone beweist: Notwendig ist das nicht.

Dauerläufer oder Kurzsprinter: Der Akku. Hier war ich ehrlich gesagt sehr begeistert. Mit 3000mAh spielt dieser ganz weit oben mit. Obwohl viele Apps und Software installiert sind, schafft es das Handy rund 2-3 Tage bei normaler Nutzung auszukommen. Das ist bei mir Spitzenwert, wenn ich bedenke, dass ich bis jetzt jedes Handy einmal täglich laden musste. Trotz LTE und WLAN AC hielt das Gerät so lange durch. Auch hier sieht man wieder, dass bei solchen Werten die „kleineren“ Hersteller die Nase vorne haben. Auch Huawei, Wiko und Co schaffen es immer wieder die Akkuleistung zu erhöhen. Der langen Urlaubsreise steht also nichts entgegen. Falls der Akku doch schlapp macht, ist dieser in wenigen Minuten durch den USB-C-Anschluss aufgeladen.

Das Display löst in Full-HD auf und lässt sich sehr gut ablesen. Durch die maximale Helligkeit von 533 cd/m2 ist das Lesen von Facebook und Co auch im Sonnenlicht kein Problem. Die automatische Helligkeit reagiert sehr schnell und passt das Handy an das Umgebungslicht an. Die Hardwaretasten sind zwar im Sonnenlicht gut zu sehen, aber im Dunkeln leider nicht. Grund dafür ist, dass diese keine Hintergrundbeleuchtung aufweisen. Aber auch das sollte nach einigen Tagen kein Problem mehr darstellen, wenn man die Tasten bereits auswendig kennt ;-) .

 

Vergleich mit anderen Herstellern / Fazit

Das ASUS ZenFone 3 ist ein solides Smartphone mit vielen netten Funktionen. Wer sein Smartphone stark personalisieren möchte und auch dafür viel „Fremdmaterial“ in Kauf nimmt, macht mit dem Gerät nichts falsch. Es ist einfach und trotzdem komplex. Viele Optionen sind zwar erst unverständlich, erweisen sich aber oft nach einigen Tagen als sinnvoll. Der Akku und die Kamera sind die Highlights des Gerätes, denn damit kann das Smartphone sehr viele Punkte machen. Der Abstandsmesser ist ebenfalls eine nette Option, misst aber nur bis 1,5m und wird bei dem „Normalo“ wohl keine große Bedeutung geschenkt bekommen.

Wie gesagt, ist ZenUI 3.0 zum Individualisieren top – doch wer ein Handy mit schlanker und aufgeräumter Oberfläche sucht, sollte zum Vanilla Android, also Google, Motorola oder auch noch zu Sony greifen. Man versucht zwar den Nutzer mit vielen Funktionen zu begeistern, aber oft heißt es: Weniger ist Mehr. Der Preis von rund 320€ ist völlig in Ordnung. Im großen und ganzen kann man aber sagen: Android 7, mit sehr guten Akku, sehr guter Kamera und einer bunten und individuellen Oberfläche zu einem sehr guten Preis.

 

Das ZenFone 3 von ASUS bei Amazon

ASUS ZenFone 3 im Test
Artikel teilen
Über den Autor
Word, PowerPoint waren meine ersten Erfahrungen mit der Computer-Welt. Immer mehr lernte ich neue Möglichkeiten und Funktionen kennen. Heute bin ich mit Windows 10 glücklich und nutze für meinen Internetzugang ausschließlich Produkte des Berliner Hersteller AVM.
ähnliche Artikel
vorheriger Artikel
nächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.